Scheibenschiessen
Offizier- u. Unteroffizier- Corps der Bürgerkompanien der Stadt Nienburg/Weser e.V.

Archiv 2006

Eine Zehn wie vom Locher gestanzt!

Scheibenkönig 2006 ist Michael Plagge

Corporalschaft Wesemann

Als die Königsscheibe Dienstag nachmittag vor dem Haus am Ginsterweg stand, als die Bierbude aufgebaut war und sich die ersten Gäste zum traditionellen Anbringen der Scheibe eingefunden hatten, sagt Michael Plagge „Ja, da habe ich so einigermaßen zu realisieren begonnen, was mir da wiederfahren ist“. Er, der eigentlich nie Glück bei den Schießwettbewerben hatte, war tags zuvor zum Nienburger Scheibenkönig proklamiert worden. Er konnte sein Glück kaum fassen. „Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen“, sagt der Mitarbeiter vom VW-Werk Stöcken. „Die Bilder kamen immer wieder zurück, es war alles so unwirklich“. Er begann erst ganz allmählich zu verstehen, dass er es ist, um den sich alles dreht.

Sicher, er habe schon seit Jahren die Königswürden angestrebt, aber bei den Wettbewerben der Corporalschaft Wesemann war er immer im hinteren Drittel vertreten. Auch machte er sich diesmal nicht allzu viel Hoffnungen. Erst als die Scheibe nach dem Glücksschuss zurückkam, begann er sich zu wundern. „Das war mittendrin, wie vom Locher gestanzt.“ Und: „Das ist der Zeitpunkt, an dem der Blutdruck hochgeht“. Mit ihm freute sich Ehefrau Katja Wesemann.

Internationaler Museumstag 2006

Vom Vogelschießen zum Volksfest

Ausstellung im Fresenhof, Leinstraße 48, vom 21. Mai 2006 bis 8. Oktober 2006

Das Scheibenschießen ist die größte Traditionsveranstaltung in Nienburg

Der Ursprung dieses Traditionsfestes liegt im 13. Jahrhundert. Alljährlich trafen sich die Bürgerkompanien, um ein Übungsschießen auf einen hölzernen Papagei abzuhalten. Aus einer Urkunde aus dem Jahre 1654 wird ersichtlich, dass aus dem Papageienschießen inzwischen das „Scheibenschießen“ geworden war und immer der Montag nach dem Johannistag als Datum festgeschrieben wurde.

Eine ganze Reihe unterschiedlicher Festfolgen hat sich im Laufe der Zeit rund um das Scheibenschießen entwickelt. Ein Grundkonzept hat sich jedoch bis heute durchgesetzt: Ein Volksfest auszurichten, das alle Alters und Bevölkerungsschichten anspricht.

Die Ausstellung gibt dem Besucher einen Einblick in die bewegte Geschichte der Stadt und die Entwicklung des Traditionsfestes von der Wehrübung zum Volksfest. Viele Ausstellungsobjekte, die sonst nur zum Scheibenschießen aus den Magazinräumen geholt werden, können Sie nun in aller Ruhe und aus der Nähe betrachten.