Scheibenschiessen
Offizier- u. Unteroffizier- Corps der Bürgerkompanien der Stadt Nienburg/Weser e.V.

Archiv 2015

Scheibenkönig 2015 ist Carsten Bockelmann

569 Ausmarschierer, 140 Musiker und 310 Kinder dabei

Kinderkönig ist Enrico Krüger

Es war ein Schuss, der selbst Carsten Bockelmann überraschte. „So ein Treffer gelingt einem nur ein Mal im Leben, zumal ich eigentlich gar nicht so genau schießen kann“, erklärt der neue Nienburger Scheibenkönig. Auf die Zehn hatte er gezielt und nach einem Randtreffer im ersten Schuss im zweiten Versuch genau in die kleine weiße Mitte getroffen. „Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Zwar nimmt man natürlich an einem Schießen teil, um zu gewinnen. Aber man ist auch vorher sehr nervös“, gesteht der 46-Jährige, allerdings habe er niemals bewusst versucht, König zu werden. „Man legt ja eigentlich auf die Zehn an und weiß, dass der Schuss vorbeigeht“, zeigt sich Bockelmann überrascht.

Zumal der 46 Jahre alte Maurer- und Betonmeister eigentlich noch ein Neuling beim Scheibenschießen ist. „Ich wurde im vergangenen Jahr erstmals überredet, beim Ausmarsch mitzulaufen und beim Schießen teilzunehmen und bin quasi noch ein Frischling“, erinnert sich Bockelmann.

Doch nicht nur für Bockelmann ist der Titel eine neue Erfahrung, sondern auch für seine Corporalschaft Brümmer. „Die hat noch nie den König gestellt und waren alle hellauf begeistert und haben gleich nach dem Schuss gesagt, dass wir uns am Dienstag in meinem Garten treffen“, erinnert sich Bockelmann.

Das Schießen ist dem 46-Jährigen nicht ganz fern, in seiner Freizeit spielt er Eishockey. „Da gibt es dann aber ein bisschen mehr Geschubse“, sagt Bockelmann mit einem Lachen. Im nächsten Jahr will er wieder am Schießen teilnehmen. „Vielleicht klappt es dann ja wieder mit so einem Schuss“, sagt der 46-Jährige mit einem Lächeln.

Observanzversammlung 31.05.2015

Ehrencorpsschnalle für den Bürgermeister

Horst Müller scheidet aus dem aktiven Dienst aus

Christian Gohla wird neuer Corporal

v.l.n.r.: Henning Onkes, Werner Siemann, Christian Gohla, Dr. Ralf Weghöft, Christian Specht

In der observanzmäßigen Versammlung des Offizier- und Unteroffiziercorps der Bürgerkompanien der Stadt Nienburg wird die Stadt Nienburg in jedem Jahr über den Stand der Vorbereitungen zum traditionellen Scheibenschießen informiert. Im Ratssaal im Rathaus der Stadt stimmte das Trommler- und Pfeifercorps mit Tambourmajor Axel Brockmann 48 von 61 Mitgliedern des Corps und Gäste auf das traditionelle Volksfest ein.

I. Capitän Werner Siemann lobte in seiner Begrüßung die Pellkartoffelkommission, die im Vorfeld dieser Veranstaltung auf dem Marktplatz zu Fischbrötchen eingeladen hatte. „Sie lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen.“ Bürgermeister Henning Onkes war mit seinen drei Stellvertretern Rolf Warnecke, Wilhelm Schlemermeyer und Hedda Freese gekommen. Bürgercapitän Siemann freute sich, dass Rolf Warnecke wieder dabei war. „Er hat ein großes Herz für das Nienburger Scheibenschießen.“ Zugleich bedankte sich Siemann bei der Stadt für die gute Zusammenarbeit.

Bürgermeister Onkes betonte das dass Scheibenschießen ein Höhepunkt im Jahreskalender der Stadt sei. „Als guter Gastgeber werden wir wieder Gäste aus Nienburg/Saale zum Scheibenschießen empfangen.“

Superintendent Martin Lechler freute sich, dass es bald wieder losgehe, und lud zum Gottesdienst am Samstag, 27. Juni, um 17 Uhr in St. Martin ein.

Frank Kreykenbohm, leitender Polizeidirektor, sprach von einem ruhigen Verlauf des Scheibenschießens im WM-Jahr 2014, nur eine Körperverletzung sei zu vermelden gewesen. „Wir sind auch in diesem Jahrgut vorbereitet“.

Zum ersten Mal war auch Landrat Detlev Kohlmeier im Ratssaal: „Ich bin gespannt, was mich erwartet, Scheibenschießen ist in Nienburg eine Veranstaltung mit langer Tradition, dazu wünsche ich ein gutes Gelinge“.

Adjutant Dr. Ralf Weghöft blickte in einem Vortrag auf die Geschichte des Nienburger Scheibenschießens in den Jahren 1938 bis 1950 zurück. Das Kommando bildete 1938 August Könnecke, Friedrich Thorns und Friedrich Facompre der als einziger Adjutant bisher auch Scheibenkönig war. Am Kriegsende waren in der Bürgerkompanie nur noch 21 Mitglieder. Hans Mohn war nach dem Krieg 1950 der erste König.

Neu verpflichtet wurde Corporal Christian Gohla durch I. Capitän Werner Siemann, er heftete ihm die Corpsschnalle ans Revers.

Secondeleutnant Horst Müller, 1983 aufgenommen, 1986 errang er mit derbesten Zehn die Königswürde, hat er das 70. Lebensjahr vollendet. Nach Satzung wurde er in das inaktive Corps versetzt. Siemann dankte mit Urkunde, Ehrenzinnteller des Corps und einem Blumenstrauß.

Die Ehrencorpsschnalle bekam Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes. Bürgercapitän Werner Siemann dazu: „Henning Onkes hat vor nunmehr 25 Jahren 1990 erstmals als Ausmarschierer am Nienburger Scheibenschießen teilgenommen. Neu in Nienburg angekommen, stellte er sich der Bürgerpflicht. Sein damaliges Schießergebnis lautete: Fahrkarte – Fahrkarte – Vier. 1992 steigerte er sein Schießergebnis Fahrkarte – Fahrkarte – Zehn.“ In seinem nunmehr 25-jährigen Engagement zeige Onkes: seine enge Verbundenheit zu den Traditionen seiner Wahlheimat Nienburg. Dieses gilt besonders seit dem Jahr 2006, seit dem sei Henning Onkes als Bürgermeister zugleich höchster Vorgesetzter der Nienbunger Bürgerkompanien. Dieses verleitete ihn im Jahr 2013 zu der Äußerung: Er fühle sich im Corps aufgenommen und sei hier angekommen. Henning Onkes bekenne sich unumwunden zum Scheibenschießen und habe sich um dieses Volksfest verdient gemacht. Um ein solches Engagement zu ehren, hat der damalige Bürgercapitän Herbert Wömpner diese Auszeichnung im Jahr 1986 gestiftet. Dem Bürgermeister Henning Onkes wurde als zehnte Person diese Ehrung zuteil.

Folgende Beförderungen wurden ausgesprochen: Uwe Meinecke zum I. Secondeleutnant, Dr. Ralf Weghöft zum II. Secondeleutnant (diensttuender Adjutant), Karl-Heinz Meyer zum II. Secondeleutnant, Siegfried Koop zum I. Feldwebel, Rudolf Meyn zum II. Feldwebel, Thorsten Reinmold zum I. Sergeant, Andreas Kalusche zum II. Sergeant, Torsten Meyer zum I. Gefreitencorporal, Peter Wesemann zum II. Gefreitencorporal.

Mit dem Dank für die Gastfreundschaft an Bürgermeister Onkes und Stadtoberamtsrat Friedrich Decke für die gute Organisation und einem besonderen Dank an Marc Fortmann und Franziska Hassel, den städtischen Organisatoren, schloss Bürgercapitän Werner Siemann die Versammlung.

Text aus Tageszeitung: „Die Harke“ vom Dienstag 02.06.2015

Gäste aus Las Cruces brachten die Sonne mit zum Pfingstkonzert 2015

Erst sang Eberhard Bieber Neal Youngs Klassiker „Heart of Gold“, dann den schnelleren Beatle-Song „All my loving“ – und die rund 200 Zuhörer gingen begeistert mit. Viereinhalb Stunden spielte Bieber Sonntag beim Pfingstkonzert auf dem Bürgermeister-Stahn-Wall Oldies, Rock und Pop. Als Solist begleitete er sich mit der Gitarre, gab den Liedern seine ganz eigene Interpretation. Seit vier Jahren veranstaltet die Blaue Garde das Pfingstkonzert auf dem Ernst-Thomas-Platz am Stahn-Wall und lockt seitdem immer mehr Zuhörer an. „Das ist ein schöner Auftakt fürs Scheibenschießen“, sagte Bürgercapitän Werner Siemann. Unter den Zuschauern auch der 34 Personen starke Chor der New Mexico State University aus Nienburgs Partnerstadt Las Cruces. Sonne, keine Wolke am Himmel. „Die Amerikaner haben das schöne Wetter mitgebracht“, sagte Bürgermeister Henning Onkes in seiner Begrüßung. Bekanntlich ist es in Las Cruces meist sonnig – allerdings erheblich wärmer. Onkes dankte Hedda Freese, Vorsitzende des Freundeskreises Las Cruces Nienburg, die seit vielen Jahren die Verbindung aufrecht hält und dafür sorgt, dass die Gäste bei Nienburger Familien unterkommen. „Super. 34 Amerikaner bei Familien unterzubringen ist nicht ganz einfach“, so Onkes. „Lay Down Sally“ sang nun Bieber, gefolgt von Slades „Faraway“. Der Chor aus Las Cruces hörte noch beide Songs. Dann brachen die Amerikaner auf zum Rundgang durch die Altstadt.

Text aus Tageszeitung: „Die Harke“ vom Dienstag 26.05.2015

Rund 580 Gäste beim Winterball 2015

Tanz bis in den Morgen

„Dancing Queen“, sangen die „Free Steps“ den schwungvollen Abba-Hit – und schon war die Tanzfläche gefüllt. Gute Laune, ausgelassene Stimmung: Rund 580 Gäste amüsierten sich Sonnabend auf dem „Blaue-Garde-Ball“ in der Leintorhalle des Turnklubs Weser (TKW) bis in den frühen Morgen.

Das Offizier- und Unteroffizier-Corps der Bürgerkompanien der Stadt Nienburg hatte wieder zu dem traditionellen Winterball, so die offizielle Bezeichnung, eingeladen. Erst der Sekt-Empfang bei Blasmusik, dann der Einmarsch des Trommler- und Pfeiffer-Corps und des Offizier- und Unteroffizier-Corps der Bürgerkompanien. „Das ist keine Halle mehr, das ist ein Ballsaal“, schwärmte, I. Capitän Werner Siemann. „Mein Dank an die Ballkommisson. Sie hat gute Arbeit geleistet.“ Stefan Siemann und seine zehn Mann starke Ballkommission hatten die Turnhalle festlich geschmückt. Blaue, rote und gelbe Tücher in den Stadtfarben hingen auch dieses Mal wieder unter der Hallendecke.

Noch an der Abendkasse wurden etliche Karten verkauft. Flanierkarten nennt die Blaue Garde sie, denn die späten Gäste haben keinen festen Platz. Unter den späten Gästen waren auch Volleyballerinnen des VC Nienburg, die ihren gerade errungenen 3:2-Sieg in der zweiten Bundesliga feierten.

Nienburgs Scheibenkönig Jürgen Reimann aus Erichshagen-Wölpe zählte ebenso zu den Gästen wie Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes und der CDU-Bundestagsabgeordnete Maik Beermann aus Wendenborstel. An einer Wand hingen diesesmal nicht die Fahnen der Partnerstädte, sondern die Fahnen von Holtorf, Erichshagen und Langendamm. „Ein Hinweis darauf, dass wir mit den Ortsteilen sehr gut zusammenarbeiten“, sagte Siemann und begrüßte sogleich Holtorfs Ortsbürgermeisterin Cornelia Feske und Langendamms Ortsbürgermeister Wilhelm Schlemermeyer. Auch das Lübbecker Bürgerschützen-Bataillon hieß Siemann willkommen. Seit mittlerweile sieben Jahren währt die Freundschaft zwischen der Blauen Garde, der Stadt Nienburg und der Stadt Lübbecke und dem Bürgerschützen-Bataillon.

Dann ein bewegender Moment für den TKW-Vorsitzenden Georg Henning. Siemann verlieh dem 52-Jährigen die Ehrencorpsschnalle des Offizier-und Unteroffizierscorps – eine Würdigung seiner Verdienste um die Blaue Garde und das Scheibenschießen. Erst achtmal wurde die vom ehemaligen Bürgercapitän Herbert Wömpner gestiftete Ehrenschnalle seit 1986 verliehen.

Henning ist seit 2001 Ratsherr der Stadt Nienburg. „In dieser Eigengenschaft – und auch schon zuvor – habe er sich uneigennützig für die Bewahrung der Traditionen des Nienburger Scheibenschießens eingesetzt“, sagte Siemann vor den 500 Ballgästen, die sich von ihren Plätzen erhoben hatten.

In seiner Funktion als Vorsitzender des Turnklubs Weser habe sich Hennig für das gemeinsame Auftreten des Sportvereins und der Bürgercompamen zu verschiedenen Veranstaltungen in der Öffentlichkeit engagiert. „Diese gilt insbesondere für den Blaue-Garde-Ball und das traditionelle Pfingstkonzert.“

Die Ehrencorpsschnalle gehe an einen Mann, der sie verdient hat, sagte Siemann und ging auf Hennigs Verkehrsunfall vor 30 Jahren am 17. Januar 1984 ein, der dessen Leben veränderte. Er ist seitdem querschnittsgelähmt. „Er hat sich nicht verdrießen lassen, hat seinen Lebensmut nicht verloren und ist fröhlich, und gesellig geblieben“, sagte Siemann. Georg Hennig war ganz gerührt. Für ihn kam die Ehrung völlig überraschend. Der Harke sagte er anschließend: „Als ich heute Morgen aufstand, war es für mich ein ganz normaler Tag. Es ist selbstverständlich, was ich mache.“

Kurz nach Mitternacht ein weiterer Höhepunkt: die Ziehung der Tombolagewinner. 28 begehrte Preise waren zu vergeben. Drei Volleyballerinnen zogen als Glücksfee die Gewinner. Darunter auch die Amerikanerin Julie Mota. So sehr sie sich auch bemühte, die Zahlen auf Deutsch anzusagen, ihr amerikanischer Akzent war nicht zu überhören. Doch das machte die Sache nur noch interessanter. Nach zwölf Minuten stand die Hauptgewinnerin fest. Der Hauptpreis ging dieses Mal nach Oldenburg: Ines Iwan gewann den Media-Markt-Gutschein im Wert von 500 Euro.

Kein Blaue-Garde-Ball ohne Spaß und Unterhaltung. Dafür sorgte der Komiker Gabor Fabian. Eigentlich brauchte die Band nur bis 2 Uhr zu spielen. Doch die Tanzfläche wurde und wurde nicht leerer. Schließlich spielte sie bis 3 Uhr, bis das TNT-DJ-Team die „Free Steps“ mit Musik aus der Konserve ablöste. Es spielte den allerletzten Song erst kurz vor fünf Uhr.

Text aus Tageszeitung: „Die Harke“ vom Montag 19.01.2015